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Am 9. März war zum erstem Mal eine Schulklasse im Textilcafé zu Besuch.

Die 15 Lernenden und die zwei Lehrpersonen waren für den ganzen Tag angemeldet, am Mittag machten wir eine Pause mit einem Spaghetti Essen. Das Ziel war, am Morgen einen Stoff für eine Tasche zu färben und am Nachmittag ein T-Shirt oder Küchentuch zu bedrucken.

Zuerst trugen die SuS zu zweit zusammen, was für textile Techniken sind bereits kannten. Anschliessend veranschaulichte ich ihnen anhand von Beispielen die verschiedenen gängigen Techniken wie das Spinnen, Weben, Knüpfen, Flechten, Sticken, Filzen, Färben, Drucken und Nähen.

Als nächstes schauten wir für das Färben die Reservetechnik und die Färbetechnik genauer an. Die SuS banden die Stoffe ab, welche von der Lehrperson mitgebracht wurden. Das Wasser wurde erhitzt, Salz und Farbstoff kamen ins Wasser, danach wurden die Stoffe hineingegeben. Zum Fixieren wurde nach dem Färben Soda zugegeben.

Auch mein Engagement für nachhaltig und fair produzierte Textilien schwang mit. Die SuS erfuhren, dass Biobaumwolle weltweit nur 3% ausmacht und 95% der Baumwolle gentechnisch verändert ist. Wir sprachen von der Wichtigkeit, einen guten Entwurf zu machen, was die Langlebigkeit des Produkts erhöht. Die Stoffe wurden mit GOTS* (Global Organic Textil Standard) Farben gefärbt. Dieser Standard definiert den ökologischen Status, indem die Anwendung gängiger, giftiger Stoffe verboten ist, und die sozialen Anforderungen wie Mindestlohn gewährleistet sind. Die Reaktivfarben des Drucks gehen mit dem Dämpfen eine chemische Verbindung ein, d.h. dass das Küchentuch so geschmeidig bleibt wie zuvor, und bei 60° gewaschen werden kann.

Das Feedback der Lernenden: Es war ein schöner, lernreicher Tag

*GOTS steht für

-Anforderungen an die Erzeugung ökologischer Fasern, an die Materialzusammensetzung und an die chemischen Zusatzstoffe in allen Verarbeitungsstufen wie Verbot von u.a.

Schwermetallen, Chlorierte Benzene und Toluole, Chlorphenole, Komplexbildner und Tenside wie APs, APEOs, EDTA, DTPA, NTA, LAS, α-MES Endokrine (hormonell wirksame) Substanzen, Formaldehyd und anderekurzkettige Aldehyde, spezielle Glykolderivate, Genetisch veränderte Organismen (GVO), Azo-Farbstoffe, Zusatzstoffe, die funktionale Nanopartikel enthalten, halogenierte und zinnorganische Verbindungen,Weichmacher wie PAH, Per- und polyfluorierteVerbindungen (PFTs) wie PFCA ,chlorierte, bromierte, phosphatbasierte und Antimon oder Antimontrioxide enthaltende Flammschutzmittel, Dinatriumoctaborat, absichtlich zugesetztes synthetisches Mikroplastik

-Anforderungen bezüglich Gefahren und Toxizität, Unzulässigkeit gesundheitsgefährdender Stoffe

-Verantwortung für chemische Zusatzstoffe

– Soziale Mindestanforderungen wie freiwillige Beschäftigung, keine Kinderarbeit, Vereinigungsrecht und Recht auf Tarifverhandlungen, keine Diksriminierung, sichere und hygienische Arbeitsbedingungen, Verbot von grober und inhumaner Behandlung, gerechte Entlohnung, humane Arbeitszeiten, keine prekäre Beschäftigung, sozial verantwortliches Management

-Qualitätssicherung, Auditierung und Analysen